Utensilo als Mützen- und Schalsammler

Bei meiner Sammlung an Nähideen dürfte natürlich das Utensilo nicht fehlen. Ein wirkliches Schnittmuster braucht man ja dafür nicht, aber dazu später mehr.

Auf den Bildern seht ihr das zu erst fertig gestellte mit den Blumen, das mit den Schnecken ist noch unfertig bzw. wird es noch fertig gestellt.

Mützenchaos

Unser Flur ist größentechnisch sehr übersichtlich. Das einzige Mobiliar, welches er beherbergt ist unsere Sitzbank. Darüber haben wir unsere Garderobe angebracht, diese hängt sehr hoch. Aus folgendem Grund: Die Vormieter hatten ebenfalls ihre Garderobe dort montiert und die Löcher wurden so unschön zugeschmiert, dass die einfach nicht zu übersehen sind. Also mussten wir diese elegant verstecken.

Mit dem ersten Kind verändert sich das Bild auf unserer Bank wie folgt, zuvor lagen vllt mal ein paar Handschuhe darauf. Aber nun findet man nur noch Mützen, Schals und Handschuhe. Ich versuche immer mal wieder Ordnung reinzubringen, aber vergeblich. Unser Kind ist ein Mützenfetischist und das sieht man auch wenn sie unsere aus dem Schubfach zaubert und fleißig zur Schau trägt.

Seit längerem habe ich überlegt wie man das lösen kann, vor allem weil ja jetzt auch noch ein zweites Kind dazu gekommen ist. Haben wir dann bald eine „Mützenbank“!? Da ich ja nun dank Pinterest auf viele schöne Nähideen gestoßen bin, dachte ich mir hier muss ein Utensilo ran.

Zu erst hatte ich eins aus einer alten Jeans auf dem Schirm, aber da ich noch von meiner Lätzchennähphase schönen Kinderstoff hatte musste der dran glauben. Für die Große gibts natürlich den Schneckenstoff, für die kleine einen schön mit Blumen. Das Ganze soll dann mit einem Henkel versehen werden und mit Hilfe von einem längeren Band vom Garderobenhaken herunter baumeln. Damit es nicht direkt am Haken hängt und Platz für Jacken wegnimmt bzw. kommen da ja die Kinder nicht ran und die sollen sich ja auch selbstständig anziehen können.

Vorbereitungen für ein Utensilo

Natürlich viel die Frage auf, welches Schnittmuster kommt in Frage? Dazu habe ich erstmal überlegt wie groß das Utensilo werden muss. Ich hatte einen Karton zur Hilfe genommen und den mit allem was auf der Garderobenbank lag gefüllt. Somit hatte ich schnell meine Maße und dank dem Tutorial von Gabriele konnte ich ganz easy meine Stoffgröße berechnen.

Meine Größenskizze
Meine Größenskizze

Mein Utensilo wird ohne Umschlag auskommen und misst als Grundfläche 14 x 16 cm und ist 24 cm hoch.

Da ich relativ dünnen Baumwollstoff verwenden werde, habe ich den Außenstoff mit Vlieseline H630 verstärkt. Ich habe dieses zum ersten Mal verwendet und dachte schon das wird ja nie was. Aber ehrlich, lasst das Bügeleisen wirklich die 15 Sekunden liegen, sonst bügelt ihr euch dumm und dämlich. Ich spreche aus Erfahrung.

Auch der Henkel ist auf einer Seite mit Vlieseline verstärkt

Weiterhin hatte ich überlegt meinen Utensilos einen Aufhänger zu verpassen, sonst liegt ja trotzdem alles wieder auf der Bank. Geplant war eigentlich eine Schlaufe die auf der einen Seite eingenäht ist und auf der anderen Seite mit einem Kam Snap verschließt wird. Aber wie es eben ist, es kommt alles anders.

Genäht und als Prototyp erklärt

3 Rechtecke mehr braucht es nicht

Ich habe unter schwierigen Bedingungen gearbeitet, wirklich schwierige. Ich hatte echt gehofft, dass ich wie am Vortag erst einmal 1-2h in Ruhe etwas machen kann, weil das Baby schläft. Pustekuchen. Ich würde ja gerne eine Zeitangabe geben, aber die wäre unrealistisch. Ich bin ja eigentlich nur zwischen Nähmaschine und Kind gependelt.

Aber nun zu meinem Werk. Genäht ist das ganze eigentlich flott, sind ja eigentlich nur 8 Nähte, ohne die vom Henkel. Das Resultat kann sich schon sehen lassen, wenn man dabei die Fehler übersieht. Zu denen möchte ich jetzt gerne kommen.

Fehler Nr. 1 – Henkelposition und Befestigung

Der Ansatz war löblich

Ich dachte, wenn der Henkel einfach nur 8 cm vom Rand mit festgenäht wird reicht das schon. 8 cm, weil 1 cm NZG und von 14 cm ist die Hälfte 7 cm. So einfach oder eben nicht? Die Seitennaht die entsteht ist die Hälfte der kurzen Seite, also müssten man genau hier den Aufhänger mit annähen oder aber weiter in der Mitte.

Alles war ordentlich vorbereitet

Durch den vorangegangen Fehler muss ich hier gleich den nächsten mit einbeziehen. Gerne wollte ich den Henkel als Schlaufe anbringen, also der Kam Snap sollte sich unterhalb von der Befestigungsnaht befinden. Dadurch das der Henkel ja mehr oder weniger auf der Ecke festgenäht ist konnte ich das Vorhaben auch in den Sand setzen. Deswegen ist es nun ein richtiger Henkel wie bei einem Beutel geworden.

Hier sieht man den Henkel

Fazit: Ich werde beim zweiten Utensilo den Henkel einfach mit zwei Kam Snaps fixieren.

Fehler Nr. 2 – Innenstoffwahl und Stecknadelproblem

Der Innenstoff ist sehr sehr dünn. Vielleicht hätte ich den auch noch verstärken müssen.

Mein Problem ist es aber auch das ich gerne alles mit Nadeln fixiere und dann sitze ich vor der Nähmaschine und ich habe sie falsch positioniert. Entweder muss ich den Stoff zum nähen drehen oder aber die Nadeln schauen mich mit der Spitze an. Und genau hier kam es zum Nähunterschied. Denn ich habe die Nadeln falsch gesteckt und somit mit dem dünnen Innenstoff zum nähen begonnen. Aber mir nichts weiter dabei gedacht. Dieser ist im Vergleich zum verstärkten Außenstoff irgendwie verrutscht, so das die Nähte nicht aufeinander treffen.

Verschobener Übergang

Fazit: Vorher überlegen wo ich die Nadeln anbringe bzw. endlich mal diese Stoffklammern ausprobieren, da kommt man nicht in die Bredouille. Zu erst auch wirklich den Außenstoff zusammennähen und dann erst den Innenstoff. Dann sollte diese Naht schön aneinanderstoßen.

Fehler Nr. 3 – Der Boden

Dieser Fehler ähnelt dem Nr. 2. Irgendwie wurde in den Nähvideos nicht so schön gezeigt wie man das mit dem Boden macht. Zwar hat Gabriele den Tipp mit den Dreiecken angesprochen finde ich auch sehr hilfreich. Nur wurde das Utensilo aufgeschüttelt und fertig, ich habe es einfach nachgemacht.

Naht trifft nicht auf Naht

Ich fand es durch den verstärkten Außenstoff und dem dünnen Innenstoff schwierig zum vorbereiten.

Fazit: Schauen ob die Bodennaht auf der Seitennaht liegt und dann die Dreiecke nähen. Auch nicht vorher alle mit einmal anzeichnen und dann nähen, sondern Stück für Stück.

 

Dafür das ich am Anfang etwas bedenken beim Nähen hatte, weil man hier ja doch akkurat sein muss. Ich habe die Projekte stellenweise lange vor mir hergeschoben, weil ich Angst hatte Fehler zu machen, denn Stoff ist ja nicht gerade günstig. So bin ich trotz des heutigen Ergebnisses nicht frustriert, sondern möchte das zweite Utensilo besser machen. Aber dazu muss ich die Naht noch auftrennen, denn ich habe leider rechts auf links zusammen genäht … Es ist ja eben noch kein Meister vom Himmel gefallen und wie ihr seht ist Midiweib auch nicht so kritisch wie Mama und hat die „Tasche“ gleich an sich gerissen und entführt.

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